Indien/Nepal 11.12.14
Der Grenzübergang nach Sinauli / Nepal ist eine staubige Angelegenheit. Zur linken staut sich der LKW
Verkehr. Bunte Vehikel, beladen mit allem was das nepalesische Herz scheinbar
begehrt, und mit wohlklingenden Namen ausgestattet wie „Road King“ oder „Star
of Road“. Das ganze kann der glückliche Backpacker bequem von einer
Fahrradrikscha aus betrachten, die ihn vom Busbahnhof zum Grenzübergang
bringt. Der, schon etwas betagte, Rikschafahrer, nennen wir ihn Baba, hatte
vorher hochmotiviert und ungefragt den Rucksack aus dem Gepäckkasten des Busses
an sich gerissen und mit einem „I help you, Sir“ den Eindruck des Diebstahls in
einen Eindruck der barmherzigen Hilfe am Touristen zu verwandeln versucht.
Während dessen raunte ein sich übervorteilt fühlender anderer Rikschafahrer von
hinten „Only 20 Rupie“. Das jetzt keiner denkt dieser Rikschafahrer nannte den
richtigen Preis, weil er sein Karmakonto aufbessern wollte. Nein, er war
einfach langsamer und ärgerte sich, dass nicht er den fetten Touristen
ausnehmen konnte. Im nächsten Leben wird er dann wahrscheinlich eine Schabe
sein, die, von einer Fahrradrikscha angequetscht, auf einer staubigen Straße
Indiens vor sich hinstirbt.
Wie dem auch sei. Baba
fuhr mich zur Grenze an diesen wunderbar
bunten und mit vielen schönen Kleinigkeiten verzierten Lastwagen vorbei. Ich muss sagen, dass Stauleben in Deutschland wäre abwechslungsreicher, wen es dort diese Vielfalt gäbe. Währenddessen versuchte Baba mir die Vorteile zu erklären, die es hätte, wenn ich ihn die Formalitäten machen lassen würde. Sein Hauptargument: „I can do it for you. “ Ein nicht sehr überzeugendes Verkaufsgespräch, an dessen Ende das Unvermeidliche stand. Ich wurde das Werkzeug der Rache des anderen Rikschafahrers und drückte Baba 20 Rupie in die Hand, erledigte die Formalitäten selber und ließ ihn an der Grenze stehen. Die Formalitäten des Grenzübertrittes sind nur im Schengener Raum einfacher – wenn man Europäer ist. Der indische Beamte stempelt seinen Ausreisestempel in den Pass und man geht zum nepalesischen Grenzbüro. Und dann passieren interessante Dinge. Die Atmosphäre wird zusehends entspannter. Die Menschen schauen nicht mehr so gestresst, es beginnt anders zu riechen. Nicht mehr dieser Mix aus Betelnuss, Rauch, Abgasen, Räucherstäbchen, Essen und Urin. Nun mehr waren es nur noch ein paar Abgase und Räucherstäbchen. Die Geräuschkulisse veränderte sich, da das permanente Hupen verschwand. Und im Immigration Office schaute ich in freundliche Gesichter und erblickte auf dem Desktophintergrund eines PC die Fassade des Düsseldorfer Schauspielhauses. Als ich dann bei der hoheitlichen Erteilung des Visums auch noch assistieren musste, in dem ich die Nummer meines Passes korrigierte, da der Beamte seine Brille vergessen oder noch nie eine besessen hatte, fühlte ich mich irgendwie ein Stück wohler. Hätte ich gewusst, dass ein paar Stunden
später eine vergessene oder noch nie besessene Brille mein Leben ein wenig verkomplizieren würde, hätte ich vor Ort für den Fall der Fälle ein paar gekauft. So aber verließ ich froh gestimmt das Immigration Office und wurde natürlich direkt von einem freundlichen Busunternehmer in ein Büro geführt. Der Preis für die Fahrt nach Kathmandu in einem Tourist Bus war kaum der Rede wert, obwohl er ein wenig über dem üblichen Niveau gelegen haben dürfte. Für über 700 Km bezahlt der Backpacker lieber mehr für einen Touristenbus, als in einem Localbus eine verdammt schlechte Zeit auf seinem dickeren Portemonnaie absitzen zu können.
bunten und mit vielen schönen Kleinigkeiten verzierten Lastwagen vorbei. Ich muss sagen, dass Stauleben in Deutschland wäre abwechslungsreicher, wen es dort diese Vielfalt gäbe. Währenddessen versuchte Baba mir die Vorteile zu erklären, die es hätte, wenn ich ihn die Formalitäten machen lassen würde. Sein Hauptargument: „I can do it for you. “ Ein nicht sehr überzeugendes Verkaufsgespräch, an dessen Ende das Unvermeidliche stand. Ich wurde das Werkzeug der Rache des anderen Rikschafahrers und drückte Baba 20 Rupie in die Hand, erledigte die Formalitäten selber und ließ ihn an der Grenze stehen. Die Formalitäten des Grenzübertrittes sind nur im Schengener Raum einfacher – wenn man Europäer ist. Der indische Beamte stempelt seinen Ausreisestempel in den Pass und man geht zum nepalesischen Grenzbüro. Und dann passieren interessante Dinge. Die Atmosphäre wird zusehends entspannter. Die Menschen schauen nicht mehr so gestresst, es beginnt anders zu riechen. Nicht mehr dieser Mix aus Betelnuss, Rauch, Abgasen, Räucherstäbchen, Essen und Urin. Nun mehr waren es nur noch ein paar Abgase und Räucherstäbchen. Die Geräuschkulisse veränderte sich, da das permanente Hupen verschwand. Und im Immigration Office schaute ich in freundliche Gesichter und erblickte auf dem Desktophintergrund eines PC die Fassade des Düsseldorfer Schauspielhauses. Als ich dann bei der hoheitlichen Erteilung des Visums auch noch assistieren musste, in dem ich die Nummer meines Passes korrigierte, da der Beamte seine Brille vergessen oder noch nie eine besessen hatte, fühlte ich mich irgendwie ein Stück wohler. Hätte ich gewusst, dass ein paar Stunden
später eine vergessene oder noch nie besessene Brille mein Leben ein wenig verkomplizieren würde, hätte ich vor Ort für den Fall der Fälle ein paar gekauft. So aber verließ ich froh gestimmt das Immigration Office und wurde natürlich direkt von einem freundlichen Busunternehmer in ein Büro geführt. Der Preis für die Fahrt nach Kathmandu in einem Tourist Bus war kaum der Rede wert, obwohl er ein wenig über dem üblichen Niveau gelegen haben dürfte. Für über 700 Km bezahlt der Backpacker lieber mehr für einen Touristenbus, als in einem Localbus eine verdammt schlechte Zeit auf seinem dickeren Portemonnaie absitzen zu können.
Die Fahrt selber
war, wie alle Fahrten mit dem Bus oder mit der Bahn in diesem Teil der Welt,
lang. Sehr lang. In Zahlen ausgedrückt ca. 12 Stunden, die ich in dem Bus auf
einem dünneren Portemonnaie bequemer sitzend meine Zeit verbrachte. Zunächst
schien der Bus an
jeder Yakmilchkanne zu halten. Dann fuhr er eher durch, aber nicht unbedingt in dem Tempo, was ich als ein Reisetempo bezeichnen würde. Was den Straßenverhältnissen, den zeitraubenden Überholmanövern von deutlich langsamer vor uns fahrenden LKW's und dem Alter des Motors geschuldet sein dürfte. Hin und wieder hielt der Bus, aus biologischen Gründen, auf freier Strecke. Aber diese Pausen waren natürlicherweise nicht sonderlich lang. Irgendwo wurde dann eine Essenpause eingelegt, auf die ich, mittlerweile seit über 24 Stunden ohne Essen, hätte verzichten können. Wer braucht schon Nahrung, wenn in Kathmandu ein, hoffentlich, sauberes Bett auf ihn wartet. Man wird doch bescheiden. Aber die anderen waren anderer
Meinung und schaufelten fröhlich schwatzend ein Dinner mit den Fingern in sich hinein und genossen das Leben. Im Nachhinein muss ich sagen, dass sie das einzige richtige gemacht haben und ich mit meiner kleinen Tüte Chips, die ich mir gekauft hatte, ziemlich dämlich ausgesehen haben muss. Ein kläglicher Ersatz für ein köstliches Dal Baat, welches ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte. Nach einiger Zeit, es war
mittlerweile nach 20 Uhr, ging es weiter.
An dieser Stelle kann ich es kurz machen. Denn es gibt nichts was ich anderes berichten könnte, als das der Bus fuhr und fuhr, ich mit meinem Hotel wegen der Ankunftszeit in Mailkontakt stand und die Energie in meinem Mobile zur Neige ging. Bei 10 % erreichten wir dann das nächtliche Kathmandu. Es ist nicht unbedingt ein Alptraum nachts in einer fremden Millionenstadt anzukommen, aber es ist auch nichts auf das man sich freut. Man weiß nicht wo man genau ist und man ist einem der wenigen Taxifahrer ausgeliefert und hat nur wenig Verhandlungsspielraum, möchte man nicht in irgendeinem Hauseingang versuchen Schlaf zu finden. Und so geriet ich dann einen Taxifahrer, der nicht zwar nicht die kriminelle Energie hatte mich auszunehmen wie ein nepalesisches Neujahrshuhn, aber der leider halb blind war und scheinbar auch nachts nicht sonderlich gut sah. Hinzukam das er mein Hotel, das Pilgrim Hotel in Thamel, nicht kannte. Aber, und das war wichtig, Googlemaps wusste wo das Hotel ist und Googlemaps wusste wo wir waren. So zeigte ich ihm, mittlerweile war der Energiestand auf 7% gesunken, unseren Standort und den des Hotels. Eigentlich alles ganz einfach, doch er lächelte verlegen und fuhr an der Straße vorbei, in die wir hätten einbiegen sollen um wenig später das Pilgrim zu erreichen. Meinen mehrfachen Hinweis, dass wir wenden müssen, quittierte mit beherztem Weiterfahren. Ram nam sayte hai. 5%. Wenn jetzt noch die Meldung käme, dass mein Reisepaket aufgebraucht sei und ich für läppische 2,99/Minute im Internet surfe, würde ich diesen halbblinden Mann aus seinem Taxi schubsen und selber bis ins Foyer des Pilgrim fahren. Shiva sei Dank musste es nicht zu dieser drastischen Maßnahme kommen und Minuten später befand ich mich im Garten des Pilgrims, wo mich ein freundlicher Nachtportier begrüßte. Nachdem ich den Preis für die nächtliche Fahrt von ca 15 Minuten von 1000 auf 600 Rupie mit Hilfe des Portiers heruntergedrückt hatte, schnappte sich ein Boy meinen Rucksack und führte mich in mein Zimmer, wo ein sauberes Bett in einem sauberen Zimmer half mich in einen erholsamen Schlaf zu führen.
Der nächste Morgen war
ein Morgen der Freude. Einer Freude an kleinen Dingen. Die erste war einejeder Yakmilchkanne zu halten. Dann fuhr er eher durch, aber nicht unbedingt in dem Tempo, was ich als ein Reisetempo bezeichnen würde. Was den Straßenverhältnissen, den zeitraubenden Überholmanövern von deutlich langsamer vor uns fahrenden LKW's und dem Alter des Motors geschuldet sein dürfte. Hin und wieder hielt der Bus, aus biologischen Gründen, auf freier Strecke. Aber diese Pausen waren natürlicherweise nicht sonderlich lang. Irgendwo wurde dann eine Essenpause eingelegt, auf die ich, mittlerweile seit über 24 Stunden ohne Essen, hätte verzichten können. Wer braucht schon Nahrung, wenn in Kathmandu ein, hoffentlich, sauberes Bett auf ihn wartet. Man wird doch bescheiden. Aber die anderen waren anderer
Meinung und schaufelten fröhlich schwatzend ein Dinner mit den Fingern in sich hinein und genossen das Leben. Im Nachhinein muss ich sagen, dass sie das einzige richtige gemacht haben und ich mit meiner kleinen Tüte Chips, die ich mir gekauft hatte, ziemlich dämlich ausgesehen haben muss. Ein kläglicher Ersatz für ein köstliches Dal Baat, welches ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte. Nach einiger Zeit, es war
mittlerweile nach 20 Uhr, ging es weiter.
An dieser Stelle kann ich es kurz machen. Denn es gibt nichts was ich anderes berichten könnte, als das der Bus fuhr und fuhr, ich mit meinem Hotel wegen der Ankunftszeit in Mailkontakt stand und die Energie in meinem Mobile zur Neige ging. Bei 10 % erreichten wir dann das nächtliche Kathmandu. Es ist nicht unbedingt ein Alptraum nachts in einer fremden Millionenstadt anzukommen, aber es ist auch nichts auf das man sich freut. Man weiß nicht wo man genau ist und man ist einem der wenigen Taxifahrer ausgeliefert und hat nur wenig Verhandlungsspielraum, möchte man nicht in irgendeinem Hauseingang versuchen Schlaf zu finden. Und so geriet ich dann einen Taxifahrer, der nicht zwar nicht die kriminelle Energie hatte mich auszunehmen wie ein nepalesisches Neujahrshuhn, aber der leider halb blind war und scheinbar auch nachts nicht sonderlich gut sah. Hinzukam das er mein Hotel, das Pilgrim Hotel in Thamel, nicht kannte. Aber, und das war wichtig, Googlemaps wusste wo das Hotel ist und Googlemaps wusste wo wir waren. So zeigte ich ihm, mittlerweile war der Energiestand auf 7% gesunken, unseren Standort und den des Hotels. Eigentlich alles ganz einfach, doch er lächelte verlegen und fuhr an der Straße vorbei, in die wir hätten einbiegen sollen um wenig später das Pilgrim zu erreichen. Meinen mehrfachen Hinweis, dass wir wenden müssen, quittierte mit beherztem Weiterfahren. Ram nam sayte hai. 5%. Wenn jetzt noch die Meldung käme, dass mein Reisepaket aufgebraucht sei und ich für läppische 2,99/Minute im Internet surfe, würde ich diesen halbblinden Mann aus seinem Taxi schubsen und selber bis ins Foyer des Pilgrim fahren. Shiva sei Dank musste es nicht zu dieser drastischen Maßnahme kommen und Minuten später befand ich mich im Garten des Pilgrims, wo mich ein freundlicher Nachtportier begrüßte. Nachdem ich den Preis für die nächtliche Fahrt von ca 15 Minuten von 1000 auf 600 Rupie mit Hilfe des Portiers heruntergedrückt hatte, schnappte sich ein Boy meinen Rucksack und führte mich in mein Zimmer, wo ein sauberes Bett in einem sauberen Zimmer half mich in einen erholsamen Schlaf zu führen.
warme Dusche. Ich erlaubte mir den Luxus mir dreimal die Haare zu waschen und das warme, durch das Shampoo wohlriechende Wasser zu genießen. Die nächste Freude, war ein Frühstück im Garten des Pilgrims, welches aus zwei Scheiben Toast mit Butter und Jam und einem Omlett aus sage und schreibe zwei Eiern bestand. Selbst wenn ich einen Cholesterinwert von über 500 gehabt hätte, hätte mich nichts auf dieser Welt davon abhalten können, das zu essen. Und so begann meine Zeit in Nepal. Frisch geduscht, ein leckeres Frühstück in einem guten Hotel.

